Weihnachtsrundbrief 2020

Liebe Mitglieder und Freunde des Pommernkonventes, liebe Schwestern und Brüder

Seit meinem letzten Rundbrief an Sie sind einige Monate in´s Land gegangen! In der Sommerzeit wollte ich mich eigentlich melden – mit Grüßen und Wünschen, aber vor allem auch mit Einladungen zum Sommerfest und zu unserer Mitgliederversammlung. Mehrmals haben wir im Vorstand darüber beraten, ob solche Einladungen verantwortbar sind in einer Zeit, in der gleichsam über Nacht neue Hygieneregeln und Reisebestimmungen verfügt werden können, von denen die meisten von uns als Angehörige der Risikogruppe besonders betroffen wären. Gerne hätten wir für unsere Begegnung auch den Studientag der Arbeitsgemeinschaft für pommersche Kirchengeschichte als Rahmenprogramm genutzt, der dem Gedenken an bedeutende Frauen in der pommerschen Geschichte gewidmet sein sollte. Auch diese Konferenz ist aber erst einmal abgesagt worden und am Ende haben wir uns dafür entschieden, in diesem Jahr zu keiner Begegnung einzuladen. Ich denke, alle können das gut verstehen!

Nun steht das Ende des Kirchenjahres bevor. Es ist stets eine ganz besondere Zeit, in der wir angehalten sind, über „die letzten Dinge“ nachzudenken, wie es in unserer dogmatischen Tradition heißt, über Vergänglichkeit und Ewigkeit, über unsere Hoffnung und die Gewissheit, dass Gottes Wahrheit stärker ist als alle Mächte des Todes. Solches Nachdenken gewinnt jetzt ein eigenes Gewicht, wo uns die Corona-Krise unmissverständlich vor Augen führt, wie verletzlich und gefährdet unser Leben ist und wie unsicher die Zukunft.

In dieser Lage kann ich leider auch keine konkreten Pläne und Vorhaben unseres Pommernkonventes für die nächste Zeit mitteilen. Zu meinem großen Bedauern wird es wohl in diesem Advent keine Besuchsfahrten nach Stolp, Großgarde und Köslin geben. Über Pläne aus Stettin habe ich noch nichts gehört. Wie immer wollen wir aber auch in diesem Jahr zur Weihnachtszeit unsere materiellen Hilfen den hinterpommerschen Gemeinden und den besonders bedürftigen Gemeindegliedern, besonders den deutschsprachigen, zukommen lassen. An dieser Stelle ein herzlicher Dank an alle, die uns durch ihre Spenden und Mitgliedsbeiträge dazu in die Lage versetzen!

Unbedingt müssen wir aber im nächsten Jahr unsere Mitgliederversammlung durchführen, wie es unsere Satzung vorschreibt. Hoffentlich hat sich im Frühjahr die Corona-Krise soweit geklärt, dass wir im April oder Mai auf diese Versammlung zugehen und mit gutem Gewissen vier Wochen vorher dazu einladen können. Vielleicht lässt sich eine Terminkoordinierung mit dem genannten Studientag der Arbeitsgemeinschaft für pommersche Kirchengeschichte ermöglichen, dessen Thematik für viele von uns sehr interessant sein dürfte. Auch eine Besichtigung der neu gestalteten Ausstellung im pommerschen Landesmuseum wollen wir in unser Programm für das nächste Jahr aufnehmen. Über die auf der Mitgliederversammlung anstehenden Entscheidungen habe ich ja bereits informiert. Neu hinzugekommen ist die Notwendigkeit einer Satzungsänderung unseres Vereins, zu der wir vom jetzt zuständigen Greifswalder Finanzamt angehalten worden sind, damit die Gemeinnützigkeit nicht in Frage gestellt werden kann. Alle Beschlussvorlagen werden Ihnen selbstverständlich mit der Einladung zugeleitet werden.

Mit „herbstlichen“ Gedanken zur Vergänglichkeit des Lebens und zum Ende des Kirchenjahres habe ich diesen Brief begonnen und will zum Schluss noch einmal darauf zurückkommen – mit einem besonderen Gruß an alle aus unserem Kreis, die sich mit mir vom Lebensalter her im Herbst des Lebens befinden. In den letzten Wochen ging mir ein Kanon durch den Sinn, den ich vor vielen Jahren von unserem früheren Greifswalder Kirchenmusikdirektor Manfred Schlenker gelernt habe, ein Zweizeiler nach einem Epigramm des schlesischen Barockdichters Friedrich von Logau: „Der Frühling ist zwar schön; doch wenn der Herbst nicht wär´, wär´ zwar das Auge satt, der Magen aber leer.“

Lassen Sie sich mit einem kleinen Augenzwinkern in diesem Sinne grüßen, mit besten Wünschen für Gottes gutes Geleit in schwieriger Zeit und mit der festen Zuversicht, die eine Plakataktion in Stralsund im Frühjahr zum Ausdruck gebracht hat: „Wir haben Wallensteins Belagerung getrotzt, wir haben die Wende gemeistert, wir werden auch die Corona-Krise überstehen!“

Möge uns das bevorstehende Weihnachtsfest in der Gewissheit bestärken, dass „nichts uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christius Jesus ist, unserem Herrn“, wie Paulus im 8. Kapitel des Römerbriefes schreibt mit Worten, die uns alle miteinander gut durch das neue Jahr führen und begleiten werden.

In herzlicher Verbundenheit, mit Grüßen aller Vorstandsmitglieder und mit besten Wünschen für Sie alle und Ihre Lieben

Ihr

Christoph Ehricht

Gemeinschaft evangelischer Pommern. e. V.

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