Rundbrief November 2019

Liebe Mitglieder und Freunde des Pommernkonventes

Die letzten und oft dunklen Wochen des Kirchenjahres zwischen Volkstrauertag und Ewigkeitssonntag sind für viele von uns erfüllt mit Erinnerungen – dankbaren und beschwerlichen, guten und schlechten. Alle unsere Erinnerungen und unsere Sorgen und Hoffnungen dürfen wir in Gottes Hände legen. Denn die kommende Adventszeit mit ihrem ganz besonderen Licht wird uns auch in diesem Jahr in`s Herz schreiben, dass Gottes Ankunft in unserer Welt und in unserem Leben immer neu bevorsteht!

Erinnerungen gehen auch mir jetzt beim Schreiben dieses Briefes an Sie durch den Sinn. Gerne denke ich an unsere Pfingsttagung in Stettin, an das Sommerfest in Schöningen, an Besuche in Hinterpommern, an das Treffen in Haus Stettin in Lübeck und an manche Grüße und Rückmeldungen, die ich von Ihnen nach meinem letzten Rundbrief erhalten habe. Alle Zeichen der Verbundenheit ermutigen und stärken, ich bin sehr dankbar dafür!

Eine besondere Erinnerung verbinde ich in diesem Jahr mit dem 9. November, jenem schicksalsträchtigen Datum der deutschen Geschichte, das diesmal ganz im Zeichen der Maueröffnung vor dreißig Jahren stand. In Greifswald wollten wir an diesem Tag aber auch die unfassbaren Ereignisse der so genannten Kristallnacht von 1938 nicht vergessen. Damals wurden ja nicht nur Synagogen zerstört und jüdisches Leben vernichtet, auch die Erinnerung an den großen Beitrag der Juden für die deutsche Kultur sollte getilgt werden. Darum hat der pommersche Arbeitskreis Kirche und Judentum gemeinsam mit der Stadt und der Arbeitsgemeinschaft für pommersche Kirchengeschichte zu einer Gedenkveranstaltung für den pommerschen Juden Salomon Neumann eingeladen, der vor 200 Jahren, am 22. Oktober 1819 in Pyritz geboren wurde und dort in einer jüdischen Kaufmannfamilie seine Kindheit verlebte. Später studierte er Medizin, gewann Erfahrungen in vielen europäischen Städten und wurde dann Arzt in Berlin. Bald reifte in ihm die Überzeugung, dass alle ärztlichen Bemühungen verbunden sein müssen mit einem Eintreten für die öffentliche Gesundheitsfürsorge. So wurde er zu einem Begründer moderner Sozialpolitik und hat Weichen gestellt, die bis heute in eine gute Richtung führen. Beherzt hat er zugleich immer wieder Stellung genommen gegen den Ungeist des heraufziehenden Antisemitismus und gewinnt auch dadurch eine bleibende und leider wieder aktuelle Bedeutung. Gefreut habe ich mich, dass auch der Bürgermeister aus Pyrzyce und die dortige Museumsdirektorin an der Veranstaltung teilgenommen haben. Für das nächste Jahr haben wir eine Wiederholung dort vor Ort geplant, damit die Erinnerung an Salomon Neumann auch in seiner heute polnischen Geburtsstadt wach gehalten werden kann. Vielleicht kann ich im nächsten Rundbrief schon über den Fortgang dieser Planungen berichten, die ja in einem engen Zusammenhang mit unserem Auftrag als Pommernkonvent stehen. Wer mehr darüber wissen will – gerne!

Damit verlasse ich das Kapitel der Erinnerungen und komme noch kurz auf unsre Planungen für die nächste Zeit zu sprechen. Am 1. Adventswochenende werden Gottesdienste und Adventsfeiern der deutschen Gruppen in Großgarde, Stolp und Lauenburg stattfinden, darauf freue ich mich ebenso wie auf die Adventsfeier am 11. Dezember in Köslin und am 3. Advent in Stettin. Wer nähere Informationen dazu wünscht und vielleicht teilnehmen will und kann, möchte sich bitte bei mir melden!

Ein wichtiges Datum will ich aber heute schon ankündigen. Unsere nächste

Mitgliederversammlung wird am 5. Juni 2020 in Löcknitz stattfinden. Wir haben diesen Ort gewählt, weil unser Pommernkonvent sich am 6. Juni am 4. Ökumenischen Kirchentag in Pasewalk beteiligen wird, an dem wir auch eine neue Begegnung mit Margot Kässmann haben werden! Am 7. Juni wollen wir dann den Gottesdienst in der Trinitatiskirche in Stettin gemeinsam mit der dortigen deutschen Gruppe feiern. Bitte notieren Sie diesen Termin schon einmal, die Einladung werde ich im März verschicken, auch mit der Tagesordnung für unsere Mitgliederversammlung, auf der u.a. die turnusmäßige Neuwahl des Vorstands ansteht. In Löcknitz habe ich Zimmer in einem Hotel und einer Pension reserviert, wer sich jetzt schon bei mir anmelden will, kann dies gerne tun! Wer private Übernachtungsmöglichkeiten hat, ist gut beraten diese zu nutzen – ich hoffe natürlich, dass die reservierten Zimmer nicht ausreichen!!!

Noch aber ist es nicht soweit – erst einmal stehen das Weihnachtsfest und der Jahreswechsel bevor. Dafür wünsche ich Ihnen im Namen des Vorstands eine gesunde, friedvolle und von Gott gesegnete und behütete Zeit! Wieder freue ich mich auf Rückmeldungen von Ihnen – und auch auf Spenden, für die ich Überweisungsträger beifüge. Über die Verwendung der uns anvertrauten Gelder werden wir wie immer auf der Mitgliederversammlung Rechenschaft geben, heute bin ich besonders dankbar dafür, dass wir auch in diesem Jahr wieder die Gemeinden und Bedürftige vor allem aus den deutschen Gruppen mit einer Weihnachtsbeihilfe unterstützen können. Haben Sie alle Dank dafür!

Frohe und gesegnete Weihnachten und ein gesundes neues Jahr 2020 wünscht

Christoph Ehricht

Gemeinschaft evangelischer Pommern. e. V.

%d Bloggern gefällt das: