Osterrundbrief 2020

Liebe Mitglieder und Freunde des Pommernkonventes, liebe Schwestern und Brüder

Zum Ende der Passionszeit und zum bevorstehenden Osterfest grüße ich Sie alle mit besten Wünschen aus dem Vorstand unserer Gemeinschaft!

Es sind in diesem Jahr ganz besondere Grüße und Segenswünsche, die ich Ihnen zusenden möchte. Viele aus unserem Kreis sind gewiss sehr besorgt wegen der Gefahren durch die Korona – Pandemie. Auch mir geht es so und ich vermisse besonders die sonntäglichen Gottesdienste. Dafür erlebe ich dankbar, welche Kraft das Gebet um Gottes gutes Geleit durch diese schwierige Zeit hat! Ich wünsche Ihnen allen auch diese Erfahrung. Sicher werden bei Vielen wieder Erinnerungen an die Kriegs- und Nachkriegszeit lebendig, an Verlust, Abschied, Zukunftsangst und Entbehrungen. Vielleicht ist jetzt eine gute Zeit dafür, diesen Erinnerungen nachzugehen und sie – wenn Sie das noch nicht getan haben – aufzuschreiben und mit anderen zu teilen, in Briefen oder Telefongesprächen, solange die persönlichen Begegnungen eingeschränkt bleiben.

Mich fragte vor ein paar Tagen ein guter Freund: Ist diese Koronakrise eine Strafe Gottes? Ich habe ihm geantwortet: Wir Menschen können nicht wissen, was Gott mit uns vorhat. Aber an seiner väterlichen Liebe habe ich keinen Zweifel. Darum liegt mir eine Deutung der Ereignisse als Strafe Gottes eher fern. Gewiss aber sind sie eine Prüfung, eine Herausforderung zum Nach- und Umdenken, eine Bewährungsprobe für unser Gottvertrauen. Auch Unbegreifliches gehört zum Leben in der noch nicht erlösten Welt. Die gegenwärtige Krise fällt in die Passionszeit. Sie bringt uns Gottes Wirklichkeit in dunklen und leidvollen Tagen besonders nahe. Zugleich werden wir getröstet durch die Vorfreude auf das kommende Osterfest, wo alle Mächte des Todes besiegt werden durch die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus. Im April werden wir auch an den 75. Todestag von Dietrich Bonhoeffer denken, der mit unserer pommerschen Heimat besonders verbunden war und der im Gefängnis, die drohende Verurteilung vor Augen, wusste: Was auch immer geschieht, wir sind „von guten Mächten wunderbar geborgen“, denn „Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag“.

Eigentlich wollte ich mit diesem Brief die Einladung zu unserer für den 5. Juni geplanten Mitgliederversammlung verschicken. Wegen der ungewissen Lage haben wir im Vorstand beschlossen, diesen Termin erst einmal abzusagen. An der Planung für das Sommerfest des Pommernkonventes in Schöningen / Kameniec am 15. August 2020 halten wir aber (noch) fest, in der Hoffnung, dass bis dahin das Schlimmste überstanden ist. Auch die Planung des Bonhoeffer-Tages in Stettin am 13. Juni 2020 ist noch aktuell. Hier ist eine rege Beteiligung unseres Kreises besonders erwünscht! Wer Interesse an diesen Veranstaltungen hat, möchte sich bitte bei mir melden. Auch sonst freue ich mich über jede Nachricht und jeden Gruß von Ihnen!

Vielleicht können wir in Verbindung mit dem Datum des Sommerfestes die Mitgliederversammlung einberufen, sonst soll sie im Herbst in Greifswald stattfinden. Es stehen ja wichtige Entscheidungen an wie die Neuwahl des Vorstands, die satzungsgemäß nach Ablauf der zweijährigen Amtsperiode erfolgen muss. Auch über Verwendung Ihrer Spenden und Beiträge muss wie immer Rechenschaft abgelegt werden. Und: Die Zukunft des Pommernkonventes wollen wir beraten, vor allem die Frage, wie wir unsere Gemeinschaft noch stärker in Vor- und im polnischen Hinterpommern verankern können. Ich bin sehr dankbar dafür, dass Frau Professor Dr. habil. Malgorzata Grzywacz aus Posen und Neustettin unsere Satzung in’s Polnische übersetzt hat. Damit können wir unserem Verein als deutsch-polnische Gemeinschaft hoffentlich eine weitere Perspektive geben. Wie wichtig das ist, sehen wir wohl alle, wenn wir an die vielen Herausforderungen denken, vor denen wir Menschen in der Mitte Europas stehen und angesichts derer von Christen zu Recht besonders viel erwartet wird.

Wieder darf ich an dieser Stelle herzlich danken für Ihre Spenden und Mitgliedsbeiträge. Alle Spenderinnen und Spender haben die Zuwendungsbescheinigung und einen persönlichen Dankbrief erhalten für Beträge ab 100 Euro. Für die Briefempfänger dieses Rundbriefes lege ich wieder einen Überweisungsträger bei. (Für die Empfänger der elektronischen Version verweise ich auf die unten stehende Bankverbindung.) Niemand soll jetzt zu seinem Bankinstitut gehen, aber wir denken, dass unsere polnischen Partnergemeinden zur Überwindung der Koronakrisenfolgen für unsere Hilfe sehr dankbar sein werden! Auch das gehört zu der von mir eingangs erwähnten Bewährungsprobe unseres Glaubens.

Ich schließe diesen Brief mit dem herzlichen Wunsch, dass Sie alle gesund und behütet durch diese Zeit kommen möchten! Allen, die unmittelbar von der Pandemie betroffen sind, selbst oder im Familien- oder Freundeskreis, wünsche ich Geduld und Besonnenheit – und immer wieder die Gewissheit, dass uns nichts und niemand von der Liebe Gottes trennen kann.

In herzlicher Verbundenheit und mit besten Wünschen

Ihr

Christoph Ehricht

Gemeinschaft evangelischer Pommern. e. V.

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