Pfingsten in Stettin

Dankbar blicken wir zurück auf die schöne Begegnungstagung zu Pfingsten in Stettin. Vor allem Bernhard Riedel hat sie mit großer Liebe vorbereitet, ihm danke ich an erster Stelle. Aber auch die Gastfreundschaft der Stettiner Gemeinde mit Pastor Sikora und seiner lieben Frau verdient besondere Erwähnung, ebenso wie auch der Vortrag von Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit über Bonhoeffers Wirken in Pommern und die Begegnung mit Michal Majewski und seinem nachdenklich stimmenden und bewegendem Film „Es war einmal Pommern“. Wird es gelingen, die reichen Traditionen unseres Heimatlandes und die vielen Erfahrungen deutscher und polnischer Bewohner für die Zukunft fruchtbar werden zu lassen? Es liegt auch an uns! Gefreut habe ich mich, dass – angeregt durch die Ankündigung des Vortrags von Bischof Abromeit – Herr Dr. Martin Krause aus unserem Kreis mir sein Buch über seinen Onkel, den Pfarrer Erwin Schutz zugeschickt hat, der ein Teilnehmer des ersten Kurses in Bonhoeffers Predigerseminar in Finkenwalde gewesen ist. Immer wieder stellt sich beim Nachdenken über diese Geschichte die Frage, was heute Treue zum Bekenntnis heißt, wie wir neue Irrwege vermeiden können, so verlockend und überzeugend sie immer erscheinen mögen. Abgeschlossen wurde unsere Tagung mit einem Besuch in Neuwarp und einer ökumenischen Andacht in der schönen dortigen Marienkirche. Jürgen Dittmann hatte alles vorbereitet und konnte am Ende selbst nicht teilnehmen. Wir grüßen ihn besonders mit guten Wünschen für eine schnelle Genesung.

C.E.

 

Internationale Bonhoeffertage in Stettin

Am ersten Juniwochenende fanden in der Trinitatiskirche in Stettin / Szczecin wieder die traditionellen Bonhoeffertage statt. Eine große Gemeinde aus Polen und Deutschen versammelte sich zu Beginn im „Garten für Stille und Meditation“ auf dem Gelände des Predigerseminars in Finkenwalde / Zdroje, wo ein „Denkmal der Toleranz“ enthüllt wurde. Toleranz auf dem Hintergrund der Flüchtlingskrise, Dialogbereitschaft und Gastfreundschafte wurden in Vorträgen von Pastor Klaus Endler aus Wiesbaden und Pastor Dr. Gregorz Giemza, dem neuen Direktor des Polnischen Ökumenischen Rates, erörtert und zur Diskussion gestellt. Hohepunkt des ersten Tages war ein Konzert in der Trinitatiskirche. Die Organistin der Gemeinde Dr. Agnieska Roguska und der Countertenor Pawel Jakub Wojtasiewicz boten ein ungewöhnlich beeindruckendes Programm aus Barock, Romantik und Moderne dar, mit hoher Virtuosität und bewegender Emotionalität. Ein Gottesdienst mit Bischof Waldemar Pytel aus Breslau / Wroclaw bildete den Abschluß am Sonntag.

C.E.

Neu im Januar 2019

Die neue Datenschutzverordnung wurde im Bereich Datenschutz eingestellt.

Im Bereich Andachten / Zeit der Besinnung wurde die Jahreslosung 2019 eingestellt sowie zwei österliche Betrachtungen.

Rundbriefe und Besuchsberichte 2017 / 2018 wurden eingestellt.

Wer ist bereit einen Bericht zum Sommerfest 2018 in Rummelsburg und zur Jahrestagung in Travemünde zu verfassen?

Adventsfeiern in Hinterpommern

 

Auch im Jahr 2018 hat der Pommernkonvent gemeinsam mit den polnischen Pastoren in den drei Gemeinden Stolp, Köslin und Stettin zu Adventsfeiern für die deutschen Gruppen eingeladen. Bereits am 1. Advent feierten Pastor Fröhlich und Pastor Ehricht gemeinsame Gottesdienste in Stolp und Groß Garde. Nach dem Gottesdienst in Stolp versammelte sich die Gemeinde in den Räumen der Deutschen Minderheit zur Feier mit weihnachtlichem Gebäck, Kaffee und einem Imbiß – und mit Berichten, Grußworten und Gesang der vertrauten Weihnachtslieder. Für den Freitag vor dem 3. Advent waren die deutschen Gemeindeglieder aus Köslin und den Filialgemeinden zur Adventsfeier in das Kösliner Gemeindehaus eingeladen. Konsistorialrat Staszczak und Pastor Ehricht hielten den Gottesdienst zu Beginn, die anschließende Feier hatte die Gemeindediakonin Izabela Glowka-Sokolowska liebevoll vorbereitet. Pastor Riedel aus Penkun war mit einer Gruppe aus seiner Gemeinde angereist. Er hielt auch den Gottesdienst zur Eröffnung der Adventsfeier der deutschen Gruppe in Stettin am Samstag vor dem vierten Advent, wo wieder eine Gruppe aus Penkun teilnahm, aber auch Gäste von der Insel Rügen, aus Stralsund, Greifswald und Pasewalk. Es ist erfreulich und sehr zu begrüßen, dass die Adventsfeiern so einen Beitrag zum Zusammenhalt und zum Zusammenwachsen der evangelischen Pommern diesseits und jenseits der Grenze leisten!

C.E.

Jahreslosung 2017

 Jahreslosung 2017: Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. (Ez. 36, 26)

Ein Prophetenwort begleitet uns durch die 12 Monate des neuen Jahres. Viele denken bei dem Wort Prophet an jemanden, der auf wunderbare Weise die Zukunft voraussagen kann. Wer die biblischen Propheten genauer betrachtet, erkennt schnell, dass sie keine Wundermänner waren. Sie haben sehr kritisch die Gegenwart beleuchtet und auch die Zukunft beschrieben – die Zukunft, die eintreten wird als Folge der Gottvergessenheit oder als Frucht der Treue Gottes zu seinen Verheißungen.

In diesem Verständnis können wir auch das Buch Ezechiel – oder Hesekiel, wie der Name auch übersetzt werden kann – lesen. Entstanden ist es in den Jahrzehnten nach 600 v. Chr. Jerusalem war zerstört, Israel in die Verbannung nach Babylon deportiert. Schonungslos, mit drastischen Bildern und Vergleichen rechnet der Prophet in den ersten beiden Teilen des Buches mit den katastrophalen Fehlentwicklungen der jüngsten Vergangenheit ab, die zum Untergang Israels geführt haben – gefährliche Illusionen in Bezug auf Großmachtinteressen, waghalsige Bündnispolitik, Verrat der eigenen Traditionen und Werte, Gier und Maßlosigkeit der Eliten im In- und Ausland. Manche Sätze können wir in unserer Zeit nur beklommen lesen.

Im dritten Teil, dem unsere Jahreslosung entnommen ist, bemüht sich der Prophet um Trost. Gott schwört seinem Volk: Ihr Berge Israels sollt wieder grünen und eure Frucht bringen meinem Volk Israel, denn bald sollen sie wieder heimkehren. Zur Erfüllung dieses Gelübdes gehört das Versprechen, dem Volk ein neues Herz und einen neuen Geist zu schenken. Bieten diese Worte über zweieinhalb Jahrtausende später auch uns Trost und Orientierung?

Sehr genau müssen wir uns zur Antwort auf diese Frage die zeitgeschichtlichen Umstände in Erinnerung rufen, die den Hintergrund der Prophetenbotschaft bilden. Manche Parallelen in unserer jüngeren Vergangenheit und auch beklemmende gegenwärtige Entwicklungen werden schnell deutlich. Die oft zitierte Weisheit bestätigt sich: Wer die Vergangenheit vergisst, ist gezwungen sie ständig zu wiederholen.

Entscheidend aber ist der Blick nach vorn, auf Gottes Zusage und seine väterliche Fürsorge. Er hat damals Israel gerettet, er gibt auch unserem Leben Richtung und Bestand. Tröstlich, entlastend und befreiend ist vor allem, dass Gott es ist, der uns ein neues Herz und einen neuen Geist schenken will – Gott und nicht wir selbst. Dieses Versprechen schmälert nicht unsere Verantwortung, aber es bewahrt vor Resignation und Hoffnungslosigkeit. Mit einem so gestärkten neuen Herz und in dem immer neuen Geist des Gottvertrauens können wir tapfer und getrost unseren Weg durch die Höhen und Tiefen des neuen Jahres gehen

Dr. Christoph Ehricht

Jahreslosung 2018

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. (Offenbarung 21, 6)

Liebe Leserinnen und Leser der Heimatkirche

Zum Jahreswechsel grüße ich Sie mit herzlichen Segenswünschen!

Die Weihnachtszeit und das zu Ende gehende Jahr sind für uns immer ein schöner Anlass zum Rückblick – und für manchen auch für Vorsätze zum neuen Jahr. Der Rückblick auf das Jahr 2017 steht für die evangelischen Kirchen im Zeichen der Erinnerung an das große 500 – jährige Reformationsjubiläum. Ist es gelungen, die befreiende Botschaft Martin Luthers zu neuem Leben zu erwecken, so, dass sie viele erreicht und uns allen Halt und Orientierung schenkt?

Luther hat sein Vermächtnis in den letzten Worten festgehalten, die er mit zitternder Hand auf ein Blatt Papier geschrieben haben soll: Wir sind Bettler, das ist wahr. Glück, Lebenserfüllung, Überwindung von Angst – das alles können wir nicht machen. Aber wir dürfen darum bitten und darauf vertrauen, dass auch uns Gottes Liebe geschenkt wird. Sicherheit gibt es nicht im Glauben, aber Gewissheit. Denn Gott hat seine Liebe bezeugt durch das, was Jesus Christus für uns getan hat. Das ist das Entscheidende, nicht so sehr unser Tun. Die Sehnsucht nach so einer wirklich guten, tröstlichen und entlastenden Nachricht ist stark, gerade in unserer Zeit.

Die Jahreslosung für das neue Jahr 2018 lädt uns ein, die frohe Botschaft Gottes auch in den kommenden Monaten zu unserer Wegbegleiterin werden zu lassen. In dem einprägsamen Bild vom Durstigen, dem umsonst eine Quelle lebendigen Wassers angeboten wird, können wir uns gut wieder finden. Das Besondere einer Quelle ist, dass immer Neues aus ihr hervorsprudelt. Wir brauchen darum nicht ängstlich das Alte festzuhalten, sondern dürfen gespannt auf das sein, was Gott in der Zukunft für uns bereithält, im neuen Jahr, aber auch in der Zukunft jenseits der Grenzen der Zeit. Unsere Traditionen und unsere eigene Lebenserfahrung sollten wir allerdings nicht vergessen – das lebendige Wasser fließt oft auch in den Überlieferungen und Zeugnissen unserer Vorfahren. Martin Luther ist dafür ein gutes Beispiel!

Auch im neuen Jahr werden wir einige Gedenktage und Jubiläen begehen und bedenken können. Vor 100 Jahren ging mit dem 1. Weltkrieg eine Epoche zu Ende, eine scheinbar wohlgeordnete Welt zerfiel. Vor 400 Jahren begann der dreißigjährige Krieg, der uns immer wieder vor Augen führt, dass Glaubensfragen nicht mit Machtinteressen verbunden werden dürfen. Mir wird das Gedenken an den 50. Todestag von Martin Luther King wichtig werden, dessen Traum von einer versöhnten Welt auch nach einem halben Jahrhundert nichts an Aktualität verloren hat. Im Juni können wir an den 175. Geburtstag einer mutigen Frau denken, Berta von Suttner, die sich mit ihrem Roman „Die Waffen nieder“ einer verblendeten Männerwelt entgegengestemmt hat. Gerade die beiden letztgenannten Gedenktage sind ein Zeichen dafür, dass lebendiges Wasser auch aus vergangenen Quellen hervorsprudelt und unseren Durst heute löschen kann.

Nutzen Sie doch die stille Zeit zwischen den Jahren, um nach solchen Ihnen wichtigen Quellen zu suchen. Sie werden entdecken: das wirklich Beständige, das unser Leben trägt, bekommen wir umsonst. Sich im Vertrauen auf Gottes Liebe auf die Suche nach dem zu begeben, was unseren Durst stillen kann, das sollte unser gemeinsamer Vorsatz für das neue Jahr werden!

Ihnen allen wünsche ich Gottes gutes Geleit in das neue Jahr. Bleiben Sie behütet!

Ihr Christoph Ehricht

Gemeinschaft evangelischer Pommern. e. V.