Evangelischen Kirchentag in Dortmund (19. – 23. Juni 2019)

Der POMMERNKONVENT auf dem Markt der Möglichkeiten beim Evangelischen Kirchentag in Dortmund (19. – 23. Juni 2019)

Auch bei dem diesjährigen Kirchentag in Dortmund wurde die Gemeinschaft evangelischer Pommern e.V. (immer schon bekannt auch unter dem vertrauten Namen Pommernkonvent) auf dem „Markt der Möglichkeiten“ durch Heike Helmig-Köhler vertreten.

Veranstalter war der Konvent der ehemaligen evangelischen Ostkirchen innerhalb der EKD (Evangelische Kirche in Deutschland). Dieser hatte rechtzeitig zum diesjährigen Kirchentag einen aktualisierten Flyer über seine Arbeit herausgegeben. Er enthält die wesentlichen Informationen über die zurzeit noch bestehenden Evangelischen Hilfskomitees und Gemeinschaften, von denen die meisten eingetragene Vereine sind.

Aus der Vielfalt der Hilfskomitees waren in Dortmund die Gemeinschaften folgender Herkunftsgebiete vertreten: Das Baltikum, Galizien, Niederschlesien, Ostpreußen, Pommern, Schlesien, Siebenbürgen, Slowakei und Siebenbürgen. Die Evangelischen aus dem ehemaligen Sudetenland sind jetzt unter dem Namen Johannes Mathesius-Gesellschaft vereint. Mathesius war ein Freund Luthers und spielte in der Reformationsgeschichte von Nord-West-Böhmen eine bedeutende Rolle.

Wie auch bei früheren Kirchentagen konnten wir die Erfahrung machen, dass sich viele Besucherinnen und Besucher vor allem für die Wurzeln ihrer Familiengeschichte im Raum der obengenannten Herkunftsgebiete interessierten. Die an unserem Stand ausgestellten Karten der ehemaligen deutschen Siedlungsgebiete regten zum eigenen Nachforschen und zum Einholen von Informationen ein. Am Stand lagen die jeweiligen Konvents-Mappen mit detaillierten und aktuellen Angaben zur näheren Beratung aus. Auf diese Weise wird auch ein Weg angeboten, um durch Besuche in Kontakt mit den heutigen Bewohnern zu kommen. So werden Auskünfte bereit gehalten über genauen Ort und Zeit von deutsch-, aber auch polnischsprachigen Gottesdiensten in den Gemeindebereichen von Stettin (Szczecin), Köslin (Koszalin) und Stolp (Slupsk). Durch Reisen in die jeweiligen Regionen, auch zu Urlaubszwecken, ergeben sich häufig genug auf natürliche, zwanglose Weise Kontakte auf menschlicher Ebene. Viele nehmen auch gerne die Gelegenheit wahr, frühere Reisen z.B. nach Polen wissensmäßig zu ergänzen.

Ein Übergewicht der Besucher aus einzelnen ehemaligen deutschen Ostgebieten erklärt sich auch dadurch, dass sie, wie im Falle der Ostpreußen, Schlesier und Siebenbürger Sachsen, noch eigene Stände ihrer jeweiligen Landsmannschaften am „Markt der Möglichkeiten“ hatten. Deren Mitarbeiter und auch Kirchentags-Besucher suchten bei der Gelegenheit auch unseren Stand auf.

Erfahrungsaustausch mit anderen Hilfskomitees

Ein Kirchentag bietet auch immer eine besondere Möglichkeit zur Darstellung der verschiedenen Landsmannschaften und ihrer Hilfskomitees, deren jeweilige Mitwirkende vor Ort praktische Erfahrungen austauschen und sich beraten können – einmal abgesehen von den regelmäßigen Frühjahrstagungen im Kirchenamt der EKD in Hannover und der dort ebenfalls jährlich abgehaltenen Zusammenkünfte der EKMOE („Evangelische Konferenz für Mittel- und Osteuropa“), woran sie teilweise und intensiv mitarbeiten, zusammen mit der überwiegenden Teilnehmerschaft der deutschen Diakonischen Werke der verschiedenen Landeskirchen, welche nachhaltige Aufbauhilfen in den evangelisch geprägten Herkunfts- gebieten leisten. Der neue Flyer des „Konvents der ehemaligen evangelischen Ostkirchen“ verhilft in besonderer Weise dazu, sich jeweils sachdienlich auf dem Laufenden zu halten durch relevante Kontaktdaten der Hilfskomitees, von denen es derzeit insgesamt 13 Vereine gibt. Der Flyer erfüllt allein schon dadurch eine wichtige Funktion, dass er gerne und oft mitgenommen wird und vielleicht im Nachhinein umso aufmerksamer bedacht werden kann. Dieser Absicht dienten auch gefällig aussehende Kugelschreiber mit der Aufschrift „Gemeinschaft evangelischer Pommern e.V.“, welche kostenlos angeboten wurden.

Heike -Dortmund . 21.06.2019 - P1090315

Die GeP (Gemeinschaft evangelischer Pommern) war am Donnerstagnachmittag sowie am Freitagvormittag an ihrem Stand vertreten. Außerdem erfolgten Einsätze für die Hilfskomitees von Schlesien, Galizien, Bessarabien, Siebenbürgen, Posen, Polen, Sudeten und die Slowakei.

Akzente setzen Im Flyer heißt es an hervorgehobener Stelle: „Seit über 70 Jahren ist der Beitrag der evangelischen und katholischen Vertriebenenorganisationen ein wichtiger Baustein zur Entwicklung guter Nachbarschaft in Europa.“ Der auf diese Aussage gelegte Schwerpunkt dient der Vermeidung von immer wieder noch anzutreffenden Missverständnissen über die Aufklärungsarbeit der Vertriebenenorganisationen, denn es geht um die wichtige Arbeit des Brückenbauens nach dem verheerenden und oft traumatisierenden Kriegsgeschehen mit seinen Vertreibungen. Dem dient auch der eigenständige Beitrag des Konvents aus Hannover von evangelischer Seite zu der geplanten Dauerausstellung der Bundesstiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ in Berlin.

Für das seit 1945 polnisch gewordene Pommern sei zum Schluss dieses Berichts angemerkt, dass es für die langjährigen Mitglieder und Freunde des Pommernkonvents, welche zum Teil immer noch mit zum Teil erheblichen Beträgen Spenden leisten, immer noch ursprünglicher innerer Schwerpunkt der Tätigkeit ihrer Vorstandsarbeit ist, durch seelsorgerlich gesinnte Betreuungsarbeit und praktische Hilfeleistung den letzten, inzwischen hochbetagten, Deutschen in Hinterpommern zur Seite zu stehen und sie spüren zu lassen, dass sie nicht vergessen sind in ihrem Bedürfnis, Gottesdienste in deutscher Sprache erleben und deutsche Gebete und Lieder sprechen und singen zu können. Durch Zusammenwirken mit den polnischen evangelischen Gemeinden wird dieses Bestreben unterstrichen. Heike Helmig-Köhler (unter Mitwirkung von Helmut Köhler)

(Unter teilweiser Verwendung des Kirchentagsberichtes des „Evangelischen Glaubensboten“ in der Karpatenpost vom August/September 2019, freundlich gewährt von Martin Moravek, Geistl. Vors. des Hilfskomitees für die Ev.-Luth. Slowakeideutschen, welcher auch die beiden Fotos zur Verfügung gestellt hat.)

DO 2019 - Stand

Gemeinschaft evangelischer Pommern. e. V.

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