Jahreslosung 2018

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. (Offenbarung 21, 6)

Liebe Leserinnen und Leser der Heimatkirche

Zum Jahreswechsel grüße ich Sie mit herzlichen Segenswünschen!

Die Weihnachtszeit und das zu Ende gehende Jahr sind für uns immer ein schöner Anlass zum Rückblick – und für manchen auch für Vorsätze zum neuen Jahr. Der Rückblick auf das Jahr 2017 steht für die evangelischen Kirchen im Zeichen der Erinnerung an das große 500 – jährige Reformationsjubiläum. Ist es gelungen, die befreiende Botschaft Martin Luthers zu neuem Leben zu erwecken, so, dass sie viele erreicht und uns allen Halt und Orientierung schenkt?

Luther hat sein Vermächtnis in den letzten Worten festgehalten, die er mit zitternder Hand auf ein Blatt Papier geschrieben haben soll: Wir sind Bettler, das ist wahr. Glück, Lebenserfüllung, Überwindung von Angst – das alles können wir nicht machen. Aber wir dürfen darum bitten und darauf vertrauen, dass auch uns Gottes Liebe geschenkt wird. Sicherheit gibt es nicht im Glauben, aber Gewissheit. Denn Gott hat seine Liebe bezeugt durch das, was Jesus Christus für uns getan hat. Das ist das Entscheidende, nicht so sehr unser Tun. Die Sehnsucht nach so einer wirklich guten, tröstlichen und entlastenden Nachricht ist stark, gerade in unserer Zeit.

Die Jahreslosung für das neue Jahr 2018 lädt uns ein, die frohe Botschaft Gottes auch in den kommenden Monaten zu unserer Wegbegleiterin werden zu lassen. In dem einprägsamen Bild vom Durstigen, dem umsonst eine Quelle lebendigen Wassers angeboten wird, können wir uns gut wieder finden. Das Besondere einer Quelle ist, dass immer Neues aus ihr hervorsprudelt. Wir brauchen darum nicht ängstlich das Alte festzuhalten, sondern dürfen gespannt auf das sein, was Gott in der Zukunft für uns bereithält, im neuen Jahr, aber auch in der Zukunft jenseits der Grenzen der Zeit. Unsere Traditionen und unsere eigene Lebenserfahrung sollten wir allerdings nicht vergessen – das lebendige Wasser fließt oft auch in den Überlieferungen und Zeugnissen unserer Vorfahren. Martin Luther ist dafür ein gutes Beispiel!

Auch im neuen Jahr werden wir einige Gedenktage und Jubiläen begehen und bedenken können. Vor 100 Jahren ging mit dem 1. Weltkrieg eine Epoche zu Ende, eine scheinbar wohlgeordnete Welt zerfiel. Vor 400 Jahren begann der dreißigjährige Krieg, der uns immer wieder vor Augen führt, dass Glaubensfragen nicht mit Machtinteressen verbunden werden dürfen. Mir wird das Gedenken an den 50. Todestag von Martin Luther King wichtig werden, dessen Traum von einer versöhnten Welt auch nach einem halben Jahrhundert nichts an Aktualität verloren hat. Im Juni können wir an den 175. Geburtstag einer mutigen Frau denken, Berta von Suttner, die sich mit ihrem Roman „Die Waffen nieder“ einer verblendeten Männerwelt entgegengestemmt hat. Gerade die beiden letztgenannten Gedenktage sind ein Zeichen dafür, dass lebendiges Wasser auch aus vergangenen Quellen hervorsprudelt und unseren Durst heute löschen kann.

Nutzen Sie doch die stille Zeit zwischen den Jahren, um nach solchen Ihnen wichtigen Quellen zu suchen. Sie werden entdecken: das wirklich Beständige, das unser Leben trägt, bekommen wir umsonst. Sich im Vertrauen auf Gottes Liebe auf die Suche nach dem zu begeben, was unseren Durst stillen kann, das sollte unser gemeinsamer Vorsatz für das neue Jahr werden!

Ihnen allen wünsche ich Gottes gutes Geleit in das neue Jahr. Bleiben Sie behütet!

Ihr Christoph Ehricht

Gemeinschaft evangelischer Pommern. e. V.

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